Anerkennung
des Meisters

Wesentlicher Bestandteil der Reform der Gewerbeordnung ist eine klare Regelung des Kompetenzniveaus für Meister- und Befähigungsprüfungen. Damit wurde die Voraussetzung für eine Zuordnung der Meister- und Befähigungsprüfungen zum Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) geschaffen.

Qualifikation des Meisters künftig sichtbarer und leichter vergleichbar

Im NQR werden die unterschiedlichsten Bildungsabschlüsse („Qualifikationen“) auf insgesamt acht Niveaustufen klassifiziert. Dies ermöglicht einen Vergleich unterschiedlicher Ausbildungen. Mit Hilfe des NQR werden Profil und der Wert von Qualifikationen leichter kommunizierbar. Für Unternehmen ergeben sich Vorteile vor allem durch eine höhere Transparenz und durch ein besseres Verständnis nationaler und internationaler Qualifikationen. Für Individuen wird die internationale Mobilität erleichtert.

Im NQR soll die Meisterprüfung auf Level 6 stehen und damit auf einer Ebene mit dem akademischen Bachelorabschluss. Diese Einstufung wird zwar voraussichtlich erst 2018 erfolgen, die notwendigen Voraussetzungen dafür wurden aber nun bereits geschaffen. Die Qualifikation des Meisters im Betrieb wird künftig sichtbarer und leichter vergleichbar mit nationalen und internationalen Qualifikationen. Zudem erhöht sich die internationale Mobilität der Fachkräfte.

Attraktiver

Eine Einstufung im NQR ermöglicht einen Vergleich mit anderen Ausbildungsabschlüssen. Dies soll die Berufsbildung aufwerten und Lehrberufe attraktiver machen.

Konkurrenzfähiger

Die Einstufung der Meisterprüfung in das international vergleichbare System des NQR wird Meisterbetriebe insbesondere bei internationalen Aufträgen stärken.

Fragen und Antworten zur Anerkennung des Meisters

Die wahrscheinliche Zuordnung der Meisterprüfung auf Level 6 des NQR unterstreicht die Innovationsfähigkeit und die Kompetenz zur Übernahme von Entscheidungs- und Personalverantwortung sowie zur Leitung von Projekten und Unternehmen von Personen mit Meisterabschluss.

Damit wäre der Meister mit anderen Qualifikationen auf diesem Niveau, wie etwa dem Bachelorabschluss, prinzipiell gleichwertig. Dies kann insbesondere für Aufträge und Jobausschreibungen im internationalen Umfeld relevant sein.

Was ändert sich für Personen mit Meisterabschluss?

Sind Meister auch auf der Hochschule mit Bachelorabsolventen gleichgestellt?

Nein, denn Meister und Bachelor haben unterschiedliche Ausbildungsprofile. Die gleiche Niveaustufe im NQR beinhaltet keine Gleichartigkeit in Bezug auf konkrete Inhalte. Der Meister ist eine Qualifikation, die auf Leitungsfunktionen in einer Berufsausbildung abzielt, wie auch eine Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft zeigt.1 Die Lernergebnisse eines Bachelorabschlusses hingegen sind wissenschaftlich basiert.

Alle Meisterprüfungen werden vermutlich pauschal im NQR zugeordnet. Befähigungsprüfungen sind deutlich heterogener und weisen unterschiedliche Niveaus auf. Daher werden die Befähigungsprüfungen einzeln und auf unterschiedlichen Niveaus zugeordnet werden.

Wie wirkt sich die Reform auf die Anerkennung der Befähigungsprüfungen aus?

1 Die Meisterprüfung in Österreich (2016): Absolvent/innenbefragung, ibw-Forschungsbericht Nr. 184
Tritscher-Archan, Gruber, Nowak, Petanovitsch http://www.ibw.at/components/com_redshop/assets/document/product/1469789213_fb184.pdf